Zwei Schweizer Lauflegenden

Der eine wurde deshalb zu einem Star, weil er eine Legende vom Thron stieß – das Ganze natürlich rein sportlich zu sehen. Tadesse Abraham war es, der mit seinem Rekord den bisherigen Inhaber Viktor Röthlin eingeholt hatte. Beide sind Legenden, wenn es um das Langstreckenlaufen in der Schweiz geht.

Tadesse Abraham hat schon jetzt Geschichte geschrieben. In Seoul lief er einen Marathon mit einer Zeit von 2:06:40, so schnell ist bislang noch kein Schweizer in der Königsdisziplin des Laufens gewesen. Der in Eritrea geborene Läufer ist seit 2014 für die Schweiz startberechtigt und verfehlte sogar den Europarekord nur um vier Sekunden. Abraham hatte damit ausgerechnet die Schweizer Lauflegende Viktor Röthlin von Thron gestoßen, was den Rekord angeht. Beim Rennen in Seoul lief alles perfekt für den Sportler, er konnte sich in der Spitzengruppe halten und hatte zur Hälfte bereits eine gute Zeit von 1:02:55. Die zweite Hälfte war vor allem vom Verbrauch der Kräfte geprägt und Abraham war der einzige Nicht-Kenianer in der Spitzengruppe, die aus acht Läufern bestand. Der Genfer, der für den LC Users starten hatte sich in Äthiopien für die Saison vorbereitet.

Rekordzeit im Marathon hielt 15 Jahre lang

Viktor Röthlin wurde das erste Mal 2010 Europameister im Marathon und gewann in den Folgejahren viele weitere internationale Wettbewerbe was ihn zu einem der bekanntesten Schweizer Langstreckenläufer machte. Bereits 2006 hatte er bei den Europameisterschaften die Silbermedaille errungen, bei der WM ein Jahr später gab es Bronze. Von 2001 bis 2016 hielt Röthlin den Schweizer Rekord im Marathonlauf, der erst dann vom Nachwuchstalente Abraham gebrochen werden konnte. 2014 beendete der eher klein gewachsene Sportler, der gerade mal 62 Kilo auf die Waage brachte, seine Karriere. Bei der Wahl zum Sportler des Jahres in der Schweiz hatte er sich im Jahr 2007 nur dem Tennisspieler Roger Federer geschlagen geben müssen.

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